10.04.2013 Ausritt mit kleinem Unfall

Es ist Mittwoch morgen und Ansgar steht viel zu früh auf, um 06.30 Uhr macht er sich auf den Weg zu Wolfgang. Die beiden wollen Wandern gehen und Fotos vom Sonnenaufgang machen. Ich schlafe wieder ein und mein Wecker weckt mich um 08.00 Uhr. Duschen, anziehen dann Frühstücken. Nach einem kurzen Frühstück werden schnell noch die Mails gesichtet und um 10.00 Uhr bin ich mit Karin vorm Hotel verabredet. Wir wollen reiten gehen. Ich freu mich riesig.

Schnell sind wir bei Manolo auf dem Ponyhof Smiley Ich fühle mich hier oben wohl und bin gern hier. Wir putzen die Pferde, Satteln und Trensen und auf geht es. Wir nehmen Holger (den Neuankömmling bei Manolo) mit. Irgendwie soll er reiten können, aber so recht glaube ich das nicht. Zumindest bekommt er alleine Blaff nicht getrenst. Gut. Karin hilft im kurz und auf geht es. Zumindest kann er sich auf einem Pferd halten und wir reiten los. Es ist warm und sonnig, somit lasse ich meine Jacke im Auto und setzte Wolfgangs Amerikahut auf. Dieser bietet dem Gesicht Sonnenschutz.

Hier die Pferde von Manolo:

AufmerksamkeitBlaffBoomer

Alaska (Bliff)                   Blaff                                   Boomer

PonyVampyroWhisky
Ninja                            Vampyro                        Whisky

Ich war noch nie im Frühjahr hier auf Teneriffa. Ich bin begeistert, alles blüht, an den Obstbäumen sind schon Früchte. Bei Manolo trägt der Zitronen- sowie der Orangenbaum wahnsinnig viele Früchte Smiley Herrlich. Es ist schon toll die Sonneninsel im Frühjahr zu sehen. Dieses Vergnügen haben wir an Weihnachten nie oder selten.

Wir reiten streng Berg auf. Ich staune immer wieder was die Pferde hier auf Teneriffa leisten. Ein Pferd bei uns zuhause würde dies nie mitmachen, weder Berg auf und schon gar nicht Berg ab. Und sollte es dies tun, dann hat es danach Stallruhe wegen dicker Beine. Die Tiere hier sind sehr robust.

Der Ausritt macht viel Spaß wie immer. Karin ist mit Boomer flott unterwegs und Holger und ich mit Blaff und Bliff trödeln hinterher. Wir genießen dieses bummeln.

Plötzlich geschah es. Boomer hatte vor einem Schatten Angst. Tausendmal sind wir dort lang geritten und nie war es so. Heute war es anders. Da sieht man mal, dass Pferde Lebewesen und keine Gegenstände oder Spielzeuge sind. Irgend etwas störte ihn und er wollte nicht weiter. Er legte konsequent den Rückwärtsgang ein. Wir befanden uns ziemlich hoch und auf einem engen Weg (max. eine LKW-Breite). Hinter ihm war ein Abgrund, da ging es eine Wand (ca. 2 Meter) hinunter zu einem Feld. Normalerweise bleiben Pferde, auch Boomer, dann stehen, wenn die Hinterbeine keinen Halt mehr haben. Boomer ging weiter rückwärts. Als er den Halt verlor, klammerte sich Karin an seinen Hals, damit er noch nach Halt suchen kann und wieder hoch kommt. Aber keine Chance. Ich musste zusehen, wie Boomer mit Karin in Zeitlupe langsam die Wand herunter rutschte. Ich dachte noch “Nein, alles nur das nicht”. Ich konnte aber nicht eingreifen. Ruhe bewahren war nun alles. Als routinierter Reiter weiß man das. Als Boomer unten ankam, konnte Karin gerade noch mit den Füßen aus den Steigbügeln und absteigen, so dass Boomer nicht auf ihr lag. Boomer lag nun mit den Beinen gegen die Wand. Für einen spanischen Hengst war er ziemlich ruhig und war nicht panisch. Er lag da und verschnaufte. Er war zwar aufgeregt aber hatte keine Panik. Er vertraut Karin. Er bleibt liegen. Ich sprang nun vom Pferd, drückte Holger (der immer noch sprach- und regungslos auf Blaff saß) Bliff in die Hand, er solle ihn halten. Ich war am Abgrund und schaute. Ich versuchte an einer etwas flacheren Stelle herunter zu kommen, aber keine Chance. Ich blieb in einer dichten Dornenhecke hängen. Hatte überall in der Hand, in der Hose und in den Armen die Dornen. Ich stieg wieder auf.
Karin versuchte zwischenzeitlich Boomer zum Aufstehen zu bewegen, keine Chance. Unter dem Sattel konnte er sich auch nicht auf die andere Seite wälzen um aufzustehen. In der Zwischenzeit kam ein spanischer Feldarbeiter angelaufen, der den Vorgang beobachtet hatte und danach weder Pferd noch Reiter sah, ob wir Hilfe bräuchten. Er sprach mich direkt auf Englisch an. Ich bedankte mich und erwiderte, dass alles in Ordnung sei. Keiner sei verletzt und wir bräuchten nur Zeit, hätten aber alles im Griff. Der Arbeiter wartete noch einige Minuten und ging dann wieder zum Feld rüber. Er konnte Karin und Boomer von seiner Position aus nicht sehen und vertraute auf meine Aussage. Karin sattelte den immer noch liegenden Boomer ab. Danach wollte sie wieder versuchen, dass Boomer aufsteht, aber keine Chance. Boomer lag ganz ruhig wie unter Schock auf der Seite und bewegte sich nicht. Er atmete mittlerweile auch ruhiger. Dann ging plötzlich auch noch die Trense von Boomer ab, aber auch das ließ den spanischen Hengst kalt. Karin trenste ihn wieder auf. Boomer lag wie die Ruhe selbst dort unten im Dreck. Danach verpasste sie ihm (gegen ihren Willen) einen etwas heftigeren Klapps mit der Gerte auf den Hintern, damit Boomer, der mittlerweile sich etwas gedreht hatte und nicht mehr ganz mit den Beinen gegen die Wand lag, aufsprang. Das tat er dann auch. Nun stand er und anscheinend ging es ihm gut. Aber wie kommen die beiden nun hoch? Da das unten ein Feld war, gab es mit Sicherheit etwas weiter weg ein Weg der für den Traktor dorthin führt. Aber Karin wollte die kleine Ernte des Bauern vorerst nicht gefährden. Nachdem sie Boomer wieder gesattelt hatte, versuchte sie dann an der flachen Stelle mit den Dornen, wo ich runter wollte, hoch zu kommen. Dummerweise hatten wir kein Seil und nichts dabei. Also musste es so gehen. Ich stand oben und wartete auf Boomer, denn wenn er den Hang hochlaufen würde, würde Karin ihn nicht halten können. So war es auch. Sie musste ihn dann loslassen und ich nahm ihn oben entgegen. Er war ganz ruhig und blieb als ich ihn am Zügel fasste auch sofort stehen. Nun hatte ich Boomer oben und Karin war unten. Ich nahm Ihre Gerte und zog sie hoch. So, geschafft, alle waren wieder oben und bis auf etwas Dreck war glaube ich weiter nichts passiert. Wir untersuchten Boomer, aber der war nur dreckig, erstaunlich, er hatte nicht einmal einen Fellkratzer von der Mauer. Karin war bis auf eine dreckige Reithose auch unverletzt. Bei Boomer merkte man, dass er noch weich in den Hinterbeinen war, er ging bei einigen Dingen hinten in die Knie, aber sonst war alles gut. Wir beendeten den Ausritt und machten uns auf den Rückweg. Der Rückweg war wie immer und Boomer hatte nach 5 Minuten den Vorgang vergessen und freute sich freudigen Schrittes auf zuhause. Der kleine Unfall dauerte ca. 30 Minuten. Aber da sieht man mal wieder, wenn niemand Panik verbreitet und das Pferd nervös macht, kann man solche Unfälle (Reiter und Pferd) unbeschadet überstehen. Wenn man viel Zeit und Geduld hat und den nächsten Schritt gut überlegt und keine Panik macht und keine hektische Stimme bekommt, dann bleiben auch die Pferde ruhig, verlassen sich auf den Reiter und vertrauen ihm, dass alles gut wird.

Nach der Rückkehr waschen wir Boomer noch den Dreck ab und machen die anderen beiden Pferde fertig und wollen los zum Essen. Jedoch plaudern wir noch mit Manolo und vergessen die Zeit. In dem Moment als wir los wollen, bekommen wir eine SMS, dass unsere Männer erst zwischen 17.30 und 18.00 Uhr zurück sein werden. Wir erzählen Manolo, dass wir nun Essen gehen und mal schauen wollen, wo wir unchero (Kanarischer Eintopf) bekommen. Manolo hat gekocht, da er neue Gäste erwartet. Er hat Punchero gemacht und wir könnten bei ihm essen. Wir beschließen kurzer Hand, bei ihm zu essen. Manolo bereitet alles vor. Dazu trinke ich einen erstklassigen Weißwein. Dazu gibt es Baguette und eine frische Getreidemischung angerührt (diese Getreidemischung wird viel auf Teneriffa gegessen und dient auch als Brei für kleine Kinder). Es sättig ungemein und ist ungewöhnlich lecker. Den Namen weiß ich nicht mehr Smiley

Nachdem wir gesättigt sind und als Absacker noch einen Limoncello und einen Coffee con Lette hatten, machen wir uns auf den Rückweg. Balu muss noch raus. Wir ziehen uns bei Karin kurz um, packen Balu ein und fahren nach La Paz. Dort gehen wir 1 Stunden durch den Park spazieren. Bei unserer Rückkehr sind die Männer immer noch nicht da. Wir quatschen noch ein Ründchen, da die Zeit zwischen den Besuchen immer sehr lang ist. Kurze Zeit später kommen dann auch die Jungs nach Hause. Wir machen uns auf den Heimweg. Wir sind ziemlich Schach-Matt. Im Hotel angekommen, erst einmal unter die Dusche. In der Zwischenzeit gehen die Festplatten von Ansgars Mack kaputt. Er tut mir richtig leid, er ist richtig geknickt Trauriges Smiley

Mal sehen vielleicht kann ich ihn irgendwie aufbauen. Nach dem Duschen geht es erst einmal ab zum Abendbrot. Danach relaxen wir noch ein bisschen und gehen früh zu Bett. Es war ein anstrengender, aufregender aber auch super schöner Tag. Und man hat mal wieder etwas dazu gelernt.

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Über ntschotschi

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