Kanaren: La Palma 6. Tag

Beim Check-In haben wir am letzten Freitag eine kleine Pappkarte bekommen, die wir beide unterschreiben mussten. Dies ist unser „Hausausweis“. Egal wann und wo, wir legen diese kleine Pappkarte vor und bekommen Hamburger, Pizza, Bier, Ramazzotti, also praktisch alles was man für eine gesunde ausgewogene Ernährung benötigt. Am ersten Tag habe ich einige kleine Rechnungen mit Bargeld beglichen und meist Unverständnis geerntet. Unsere kleine Pappkarte ist in dieser Hotelanlage das perfekte universelle Zahlungsmittel. Klar wird das „dicke Ende“ zum Schluss kommen, denn wird abgerechnet. Aber bis dahin brauchen wir nichts anderes als diese kleine niedliche  braun/beige farbige Pappkarte – sehr praktisch!


Da wir unser richtiges Geld eh nicht brauchen, liegen natürlich unsere Geldbörsen gut verschlossen im Zimmersafe, ist klar – oder eher doch nicht klar? Dies sollte man tun, auch wenn es hier wenig oder so gut wie gar keine Diebstähle gibt. Aber sollte mal eingebrochen werden, dann ist das Geld, die Tickets und die Pässe (damit man wieder nach Hause kommt) dort sicher.

Am Vortag sind wirklich viele neue Gäste (ca. 200 Stück) angereist und nur eine Handvoll sind abgereist. Entsprechend voll ist nun plötzlich das Hotel, der Poolbereich sowie der Frühstücksraum.

Unser heutiges Tagesziel ist die vollständige Umrundung der Insel. Kurz hinter dem Hotel biegen wir wie am zweiten Tag nach rechts ab und durchqueren ein junges Lavafeld das erst 1971 beim Ausbruch des Tenequía entstanden ist.

Dann sehen wir auf die Tankuhr und sehen das wir tanken müssen. Kurzer Check, wie lange reicht der Sprit?

  • Wann müssen wir tanken?
  • Wo können wir tanken?
  • Wie bezahlen wir?

Und genau beim letzten Punkt der Checkliste macht es dann „Klick“. So ein Mist, wir haben zwar die tolle kleine beige/braune Pappkarte dabei, aber damit werden sie uns an allen Tankstellen auf dieser Insel heftig auslachen. Dar langen Rede kurzer Sinn, wir sind komplett zahlungsunfähig. Ich habe 10 Euro dabei, und Ansgar nicht einen Pfennig (Euro) – Mist!

Als die Schrecksekunde überwunden ist wird klar, wir müssen zurück ins Hotel und uns die finanziellen Mittel aneignen die heute unser Überleben sichern werden! Danach machen wir uns wieder auf den Weg. Nachdem wir den südlichen Zipfel der Insel umrundet haben, machen wir uns an den Aufstieg zur Hauptstraße. Dort biegen wir aber nicht wie geplant nach Norden ab, sondern machen uns auf den Weg zurück zum Hotel. Insgesamt müssen wir zweimal etwa 800 Höhenmeter überwinden und gefühlte 40 Kilometer zurück legen. Das wäre alles nicht nötig gewesen, wenn ich meine Gedanken besser beisammen gehabt hätte.


Letztlich starten wir unsere „Rundreise“ etwa eine Stunde später. Aber das soll uns nicht aufhalten! Unsere Route führt uns wieder hinab in die Hauptstadt Santa Cruz. Hier ist uns einiges schon etwas vertraut und langsam beginnen wir uns hier heimisch zu fühlen. Am Ortsausgang geht es diesmal aber nicht gleich hoch ins Gebirge. Stattdessen folgen wir stetig der LP1 in Richtung Norden. Diese Straße ist wirklich schön, trotz der vielen Baustellen. Wir schlängeln uns im 2. und 3. Gang durch niedlich kleine Orte und meistern einige wirklich sehenswerte Schluchten.

Am nordöstlichen Zipfel der Insel halten wir an einem der vielen Restaurants an und lassen es uns auf der Terrasse gut gehen. Es gibt Seezunge mit Kanarischen Schrumpelkartoffeln (Papas arrugadas), Mojo-Sauce, Salat und einem kalten Shandy (Bier mit Sprite). Alles zusammen kostet für zwei Personen knapp über 21,- Euro. Auf dieser Insel kann man es sich für relativ kleines Geld ziemlich gut gehen lassen.

Die Umrundung der Insel kostet wirklich viel Zeit und ist auf Dauer kräftezehrend. Nach mehreren Stunden kann ich einfach keine Kurven mehr sehen und so bin ich froh, dass wir am Mirador „El Time“ (oberhalb des Barranco de Taburiente) eine kleine Pause machen können. Ich bestelle mir einen Baillys auf Eis und dazu gibt es ein Wassereis. Mmmmhhh lecker.

Am Mirador „El Time“ haben wir einen kleinen Restaurant-Führer gefunden. Dort sind einige Tipps die wirklich vielversprechend erscheinen. Einiges davon werde ich für Euch erkunden und das Ergebnis und ein paar Fotos dann hier posten, versprochen!

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