Reiten: Reitbahn/-hallenregeln & Hufschlagfiguren

Reithallen werden unter Berücksichtigung folgender Kriterien konstruiert:

Die Reitbahn muss möglichst groß sein (wobei für dressurmäßige Arbeit kleinere Hallen den Vorteil bieten, die Pferde mehr biegen zu müssen).

In der Reitbahn dürfen keinesfalls Säulen stehen; außer ggfs. Pilaren.

Die Halle muss hohe, breite und leicht zu öffnende Tore haben, wobei die Öffnung der Tore oder der Bande nach Möglichkeit nicht in die Halle hineingehen sollten.

Die Buchstaben A und C kennzeichnen jeweils die Mitte der kurzen Seite.

B und E, auch als halbe Bahnpunkte bezeichnet, befinden sich Mitte der langen Seiten.

Die vier Wechselpunkte M, F, K und H sind je 6 Meter von der kurzen Seite entfernt.

Die Punkte D und G befinden sich auf der Mittellinie, jeweils zwischen den Wechselpunkt.

Als Mittelpunkt der Bahn bezeichnet man den Punkt X.

Zusätzlich müssen die Zirkelpunkte mit einem Punkt gekennzeichnet werden. Die Buchstaben A und C kennzeichnen jeweils die Mitte der kurzen Seite.

Reithallen sind in aller Regel ungeheizt, da dies für die Pferde gesünder ist, und haben meist Turniermaße von 20 m × 60 m oder von 20 m × 40 m und 25 m × 65 m.

Von großer Bedeutung ist in Reithallen die Bodenqualität. Ein guter Reitboden braucht eine gleichmäßige Befeuchtung zur Staubbindung, Pflege des Reitbodens und Erhaltung der Reitbarkeit, welche durch eine automatische Reitbodenberegnung − Bewässerung von oben − oder durch eine regulierbare Flutung − Bewässerung von unten, sogenannte Ebbe-Flut-Systeme − gewährleistet werden kann.

Hallen für besondere Zwecke

Eine Longierhalle ist eine kleinere Halle zum Longieren von Pferden. Die meisten Longierhallen sind rund gebaut und weisen einen Durchmesser von 12–14 m auf. Eckige Modelle haben Vorteile bei den Baukosten und gestatten den Pferden eine bessere räumliche Orientierung.

Damit es in der Reithalle oder auf dem Reitplatz nicht zu Unfällen kommt und jeder in Ruhe reiten kann gibt es ein paar Bahnregeln. Halten sich alle an diese Regeln, lässt sich auch bei viel Betrieb noch gut reiten.

1. Linke Hand vor rechte Hand
Das heißt es wird, wie im Straßenverkehr, immer nach rechts ausgewichen. Wer die Bande rechts von sich hat darf geradeaus weiter reiten.

2. Große Wendung vor kleiner Wendung
Wer eine große Wendung reitet, weicht nach außen aus, wer eine kleine Wendung reitet nach innen. Also hat ein Reiter der ganze Bahn reitet Vorrang vor einem der auf dem Zirkel reitet.

3. Trab und Galopp haben Vorfahrt
Diese Regel bedeutet das Schrittreiter auf die schnelleren Kollegen aufpassen und den Hufschlag freigeben. Traben oder galoppieren andere Reiter, weichen Schrittreiter auf den zweiten Hufschlag aus.

4.Schrittreitende oder pausierende Reiter benutzen den zweiten Hufschlag. Trabende oder galoppierende Reiter parieren auf dem zweiten Hufschlag zum Schritt oder Halten durch.

4. „Tür frei“ und „Bande frei“
Wer die Bahn mit seinem Pferd betreten oder verlassen will, tut dies durch ein lautes „Tür frei bitte“ kund. Wird die Tür von den anderen Reitern freigehalten wird das durch ein „Tür ist frei“ angesagt. So kann sich jeder auf die Störung einstellen. Will jemand etwas auf der Bande ablegen oder holen, heißt es „Bande frei bitte“

5. Genügend Abstand halten
Damit es keinem Pferd zu eng wird, ist ausreichend Abstand wichtig. Das heißt nach vorn und hinten mindestens eine Pferdelänge zur Seite mindestens anderthalb Meter. So lassen sich viele unangenehme Situationen vermeiden.

6. So halten, dass es keinen stört
Wer beim Reiten anhalten will, tut das am besten auf dem zweiten Hufschlag und zwar Mitte der kurzen Seite oder an den Zirkelpunkten. So wird immer maximal ein Zirkel behindert. Wer sein Pferd zum Aufsteigen oder Absteigen parkt, tut das am besten in der Zirkelmitte auf der Mittellinie, aber nicht auf X. So werden die anderen Reiter am wenigsten behindert.

7. Ganze Bahn geht vor Zirkel.
Reiter auf dem Zirkel geben Reitern auf dem 1. Hufschlag die Vorfahrt. Das gilt auch für den Fall, wenn auf beiden Händen durcheinander geritten wird.

Diese Regeln sind die Grundregeln, an die sich jeder halten sollte, sobald mehrere Reiter in der Bahn sind. Sie gelten sozusagen universell. In vielen Reitställen gibt es zusätzlich noch spezielle Bahnregeln, die sich zum Beispiel auf das Longieren oder Springen beziehen. Die Bahnregeln gewährleisten einen reibungslosen Übungs- und Trainingsablauf auf Reitplätzen und in Reithallen.

Noch einmal in Kurzform:
Das wichtigste zuerst: Gegenseitige Rücksichtnahme ist für ein friedliches Miteinander in der Reithalle das wichtigste!
– Im Schritt ist der Hufschlag freizuhalten !
– Bei Betreten oder Verlassen der Halle muss vorher „ Tür frei“ gerufen werden, wenn
man Antwort bekommt, kann man in die Halle gehen
oder sie verlassen!
– Linke Hand hat immer Vorfahrt !
– Ganze Bahn hat vor Zirkel Vorfahrt !
– Es wird um etwas Rücksichtnahme in den Reitstunden gebeten !
– Wenn man kurzzeitig auf den Hufschlag muss (im Schritt oder im Stehen) muss vorher
laut und deutlich „Hufschlag“ gerufen werden !
– Dies ist eine Reithalle und kein Spielplatz ! Kindern ist zu erklären dass sie nicht ständig
rein und raus rennen, schreien oder auf dem
Hufschlag rumlaufen!
– Leute die am Rand sitzen haben sich ebenfalls möglichst ruhig zu verhalten !
– Wenn mehr als 3 Pferde in der Halle sind darf nicht mehr longiert werden!
– 2 Pferde dürfen nur dann gleichzeitig longiert werden, wenn kein anderes Pferd in der
Halle geritten wird!
Verhaltet euch doch bitte einfach so wie ihr es euch auch von andren wünscht und erklärt
auch den Kindern diese Regeln !

Hier ein paar Hufschlagfiguren:

1. Du reitest auf der linken Hand wenn links von dir die Bahnmitte, und rechts von dir die Bande ist. Du reitest immer links gebogen. 2. Du reitest auf der rechten Hand, wenn rechts von dir die Bahnmitte, und links von dir die Bande ist. Du reitest immer rechts gebogen.

3. Eine Volte hat normalerweise einen Durchmesser von 10 Metern, du reitest den Kreis vom Hufschlag aus, der Abreitpunkt ist auch der Punkt, an dem du beim Antreffen wieder auf den Hufschlag reitest. Beispiel: Du beginnst bei E die Volte, dann ist X der Mittelpunkt der Bahn und sollte Parallel zu E durchritten werden, wenn du den Kreis richtig reitest kommst du bei E wieder auf den Hufschlag.

4. „Aus der Ecke kehrt“ (in der Grafik oben rechts): Du reitest auf der rechten Hand, die Ecke durchreitest du in einer gebogenen Linie und du brichst kurz vor C ab und kommst zwischen H und E wieder auf der linken Hand auf den Hufschlag. „Aus der Ecke kehrt“sollte ein schöner Halbkreis mit einer beendeten geraden Linie sein.

5. Ähnlich ist die Kehrtvolte. Du bist auf der rechten Hand, bei B beginnst du die Volte, du durchreitest nach dem Bogen X, reitest gebogen weiter Richtung Hufschlag und stellst dein Pferd dann kurz danach auf die linke Hand um. Bei 3/4 des Kreises brichst du nach links ab und reitest in gebogener Linie wieder auf den Hufschlag und kommst kurz vor M dort an.

6. „Durch die Länge der Bahn wechseln“: Du reitest auf der rechten Hand und gibst deinem Pferd kurz vor A Paraden. Bei A brichst du nach rechts ab und durchreitest in einer geraden Linie die Punkte D, X und G. Auch C durchreitest du und dies ist der Punkt an dem du nach links abbrichst. Dass du dein Pferd darauf vorher vorbereitet hast, ist vorausgesetzt.

7. „Durch die ganze Bahn wechseln“: Du reitest auf der rechten Hand, bei K wendest du ab und durchreitest quer in einer geraden Linie den Punkt X und kommst bei M wieder am Hufschlag an. Dann reitest du auf der linken Hand normal weiter.

8. „Durch die halbe Bahn wechseln“: Du reitest auf der rechten Hand. Bei K wendest du ab. Du durchreitest NICHT die Punkte D oder X du reitest durch den Mittelpunkt eines Zirkels. Bei B (auf der Grafik ist es davor) kommst du wieder am Hufschlag an und reitest auf der linken Hand weiter.

9. Der Zirkel ist eine Kreisfigur. Sie wird sowohl auf der rechten, als auch auf der linken Hand geritten. Als Orientierung dienen die gekennzeichneten Punkte an der Bande. Diese solltest du durchreiten, X ist der Mittelpunkt (auf der Grafik nicht so schön dargestellt).

10. Der Mittelzirkel wird auch des Öfteren geritten. Dieser orientiert sich nicht an den Punkten, sondern an folgendem: Als Mittelpunkt gilt X, die beiden Bandenpunkte sind E und B, durchritten werden die Mittelpunkte der normalen Zirkel, also reitest du durch die Mitte von D und X und auch durch den Mittelpunkt X und G.

11. „Aus dem Zirkel wechseln“: Hierbei reitest du jetzt auf dem Zirkel bei C auf der rechten Hand. kurz vor X gibst du deinem Pferd passende Paraden und stellst es nach links, bei X wendest du nach links ab und reitest auf dem linken Zirkel normal auf der linken Hand weiter.

12. Wenn dir jemand sagt, dass du „durch den Zirkel wechseln“sollst, bist du z.B. auf der rechten Hand auf dem Zirkel bei A. Zwischen dem Zirkelpunkt vor F und dem Punkt C stellst du dein Pferd um, du brichst ab und durchreitest den Mittelpunkt des Zirkels, dort stellst du dein Pferd um auf die linke Hand und solltest eigentlich (auf der Grafik nicht korrekt dargestellt) zwischen dem Zirkelpunkt vor K und X ankommen und auf der linken Hand den gleichen Zirkel reiten.

13. „Schlangenlinien in 3 – 6 Bögen“ werden wie folgt geritten (Beispiel 3 Bögen): Du durchreitest den Zirkelpunkt hinter K, dort brichst du ab und reitest gerade durch den Zirkelmittelpunkt und kommst unten auf den Hufschlag des Zirkelpunktes bei F. Du reitest in gebogener Linie auf dem Hufschlag und brichst bei dem nächsten Zirkelpunkt wieder auf die linke Hand ab und reitest gerade auf den gegenüberliegenden Zirkelpunkt zu und reitest dort angekommen auf der rechten Hand weiter. Du teilst die Reitbahn also in ‚3 Bögen‘ ein. Bei 6 Bögen musst du engere Bögen reiten und die Bahn in 6 Bögen aufteilen (nur in größeren Reithallen möglich).

14. Eine„einfache Schlangenlinie“ ist leicht. Du reitest auf der linken Hand bei H in gebogener Linie auf den 2. Hufschlag. Zwischen E und X ist der Punkt den du durchreitest und du kommst bei K wieder auf dem Hufschlag an.

15. Die„doppelte Schlangenlinie“ wird wie die einfache geritten, nur kommst du hier bei B auf dem Hufschlag auf und brichst wieder ab und kommst bei M wieder an. Diese Hufschlagfigur muss enger und kontrollierter geritten werden.

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Über ntschotschi

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2 Antworten zu Reiten: Reitbahn/-hallenregeln & Hufschlagfiguren

  1. Mavie Martin schreibt:

    Knuffige Isländer hast du da. Schauen auf den Fotos ja echt zum anbeißen aus.

  2. Ich find deine Seite echt super, vor allem mit so vielen Fotos liest es sich wesentlich einfacher.

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