Futter fürs Pferd

Sogenanntes Raufutter ist der wichtigste Bestandteil bei der Pferdefütterung!

Was und wie viel Futter ein Pferd zu fressen bekommt ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit und die Leistungsbereitschaft des Pferdes. Pferdefutter ist allerdings mittlerweile ein weites Feld, auf dem es viele verschiedene Ideologien gibt. Als einstige Steppenbewohner ernährten sich unsere Pferde überwiegend von Gräsern und Kräutern. Bei der heutigen Haltung kommen Heu, Heulage, Silage und Stroh als rohfaserreiche Futtermittel zum Einsatz. Das brauchen unsere Pferde auch. Warum, dass erfahrt Ihr jetzt.

Die Rohfasern sind einer der wichtigsten Bestandteile bei der Fütterung. Sie erhöhen die Füllung des Dickdarms, Wasser und Elektrolyte werden gebunden. Dies unterstützt den Flüssigkeitshaushalt bei hohen Beanspruchungen wie beim schwitzen des Pferdes.
Besonders überwiegend in Boxen gehaltene Pferde sollten auf Stroh stehen, die gelegentliche Nahrungsaufnahme vertreibt ein wenig die Langeweile und ist gut für die Psyche.

HEU
Ohne Heu kommt kein Pferd aus. Dieses aus getrocknetem Gras bestehende Futter ist quasi das Brot für Pferde. Heu ist raufaserreich und bietet dem Pferd neben Beschäftigung auch viele Nährstoffe an. Wird ein Pferd wenig geritten, reicht Heu oft als Futter aus. Da die Heufasern Ballaststoffe liefern, die für die Verdauung beim Pferd sehr wichtig sind, sollte jedes Pferd mindestens 6 kg Heu pro Tag bekommen. Da Heu ein Naturprodukt ist, ist es wichtig, hier auf die richtige Verarbeitung und Lagerung zu achten. So darf Heu nicht zu nass zu Ballen gepresst werden, da es sonst anfängt zu schimmeln.
Heu darf auch nicht zu frisch verfüttert werden. Da sich die Bakterien in den Heuballen zuerst vermehren und eine Art Gärung bewirken, bevor sie absterben, ist das Heu nach der Lagerung für Pferde besser verdaubarer und mit weniger Bakterien belastet. Heu sollte also mindestens drei Monate gelagert werden, bevor es verfüttert wird.
Staubt das Heu eines Ballens stark oder sind schwarze, schimmelige Stellen zu sehen, sollten Sie den ganzen Ballen entsorgen, da er mit Schimmelpilzen belastet ist.
Gutes Heu sollte weich und nicht zu strohig sein. Außerdem sollte es nicht allzu sehr stauben. Der typische, würzige Heugeruch entsteht erst nach der Lagerung, ist dann aber ebenfalls ein Zeichen für gutes Heu.
Hat ein Pferd Allergie-Probleme oder chronischen Husten, hat es sich bewährt das Heu vor dem Verfüttern zu waschen und nass zu füttern. So wird die Belastung durch den Heustaub gesenkt.

STROH
Früher stand fast jedes Pferd in einer strohgefüllten Box. Damals war es noch kein Problem, das Pferd mit einer ausreichenden Menge an Raufutter zu versorgen. Heutzutage dienen aber auch viele andere Materialien als Einstreu und Stroh wird damit zu einem wichtigen Futtermittel. Stroh liefert kaum Nährstoffe, erfüllt mit seinen lagen Fasern und vielen Ballaststoffen aber eine wichtige Funktion bei der Verdauung. Frisst ein Pferd zu viel leichtverdauliche Energie wie Kraftfutter und zu wenig Ballaststoffe kommt die Bakterienbesiedlung im Dickdarm des Pferdes aus dem Gleichgewicht. Die Folge sind Verdauungsstörungen und Koliken. Es ist also wichtig, dass auch das Pferd, das auf Sägespänen oder Hanf steht, täglich seine Portion Stroh erhält. Das sollten etwa drei oder vier Kilo sein. Ein weiterer Vorteil: Das Pferd hat eine Beschäftigung, da sich das Stroh nur langsam fressen lässt.

Da unsere Pferde aber heute mehr leisten müssen als die damaligen Steppenbewohner brauchen sie zusätzliche Energien. Diese geben wir ihm durch das Zufüttern von Getreide, Zuckerrüben usw..
Wichtig ist es aber, darauf zu achten, wann diese Zufütterung erfolgt. Dies sollte weder direkt vor, noch direkt nach der Arbeit erfolgen. Mindestens eine Stunde sollte nach der Arbeit mit der Fütterung gewartet werden.

Das Pferd sollte einen Mineral- und Salzleckstein haben! In Heu, Gras und auch Getreide steckt nur wenig Natrium und zu wenig Kupfer, Seelen und Zink. Die Weidenhaltung, so groß und schön diese auch sein mag, deckt nicht den gesamten Bedarf. Auch hier kann es zu Engpässen bei der Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen kommen.

MÜSLI
Viele Reiter füttern Ihrem Pferd Müsli zu und mittlerweile bieten auch schon einige Ställe dieses Modefutter an. Müslis bestehen meist aus einer Mischung von verschiedenen Getreidearten die zum Teil gequetscht oder aufgepufft sind. Häufig sind auch Pellets und Kräuterzusätze im Müsli zu finden. Besonders edleren Müslis wird auch ein Anteil Melasse zugesetzt. Dieser Zuckersirup macht das Müsli süßlich, so dass es lieber gefressen wird.
Bei Müslis gilt das gleiche wie bei den Pellets: Es kommt darauf an was drin steckt. So gibt es Haferfrei-Mischungen für Freizeitpferde aber auch sehr energiereiche Mischungen speziell für Rennpferde. Bevor Sie ein Müsli kaufen, erkundigen Sie sich als genau was es enthält und wie viel Energie es liefert. Als Faustregel gilt: Je mehr Protein ein Müsli enthält, desto mehr Energie liefert es. Kräutermüslis sollten Sie übrigens nicht durchgehend verfüttern, da die Kräuter sonst ihre Wirkung verlieren. Hier also lieber abwechseln.

Ein Pferd sollte mit dem Wissen, um das, was zur Zeit vom ihm an Leistung erwartet wird gefüttert werden. Es ist wesentlich sinnvoller ein Pferd für geplante Leistungen zu trainieren, als ihm eine zusätzliche Scheppe Körner oder Vitamine zu geben, wenn es nur in der Box steht.

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Über ntschotschi

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